AG Lippe-Grundwasser: dynaklim holt alle relevanten Akteure an einen Tisch
Fragen wie "Welche Maßnahmen und Akteure haben Einfluss auf den Grundwasserstand in der Region zwischen Haltern am See und Dorsten?" oder "Welche neuen Steuerungsnotwendigkeiten bringt der Klimawandel mit sich und welche Instrumente sind dafür geeignet?" standen im Mittelpunkt der dynaklim-Arbeitsgruppe (AG) Lippe-Grundwasser. Am Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten trafen sich am 31. Januar 2012 über 20 Vertreterinnen und Vertreter von öffentlichen und privaten Akteuren zum vierten Treffen der AG. Das gemeinsame Interesse aller Akteure ist dabei die Entwicklung einer klimarobusten Ausrichtung der zukünftigen Grundwasser-Bewirtschaftung in der Region.
Regionale Grundwasserbilanz präsentiert
Im Mittelpunkt der ersten Sitzung dieses Jahres stand die Präsentation einer mittleren, langjährigen Grundwasserbilanzierung für die Projektregion, welche sich u.a. auf Daten der Bezirksregierung Münster stützt. Als ein erstes vorläufiges Ergebnis wurde festgehalten, dass auf Grundlage der aktuell vorliegenden Grundwasserbilanzierung das Verhältnis von Grundwasserentnahmen und Grundwasserneubildung mit Blick auf die Projektregion als nicht besorgniserregend zu werten ist.
Grundwassermessstellen in Hot-Spot- und Schutzgebieten
Allerdings kann es kleinräumlich betrachtet sehr wohl zu Verhältnissen kommen, bei denen die Relation von Entnahme und Neubildung durchaus als kritisch zu bewerten ist. Außerdem stehen die innerjährlichen Trockenheitsperioden und deren kleinräumigen Folgen mit trockenen Gewässerabschnitten und mit Winderosion von trockenen landwirtschaftlichen Flächen der beiden vergangenen Jahre 2010 und 2011 einer Entwarnung entgegen.
In der Identifizierung dieser lokalen Hot-Spots und der detaillierten Betrachtung der Zonen mit einem besonderen Schutzbedarf (z.B. Feuchtwiesen, Moore etc.) mit Hilfe einer zeitlich und räumlich höher aufgelösten Systemanalyse der Standortverhältnisse liegt einer der Arbeitsschwerpunkte in diesem Jahr. Aus diesem Grunde spricht sich die AG auch geschlossen dafür aus, dass der Erhalt der Grundwassermessstellen in den Hot-Spot-Gebieten und den Schutzzonen in der Projektregion wünschenswert wäre. Eine Reduzierung der Grundwassermessstellen wird aktuell im Land NRW diskutiert.
dynaklim-AG als Vorbild für neue Arbeitsgruppe auf Regierungsbezirksebene
Ein weiterer Aspekt, der die Bedeutung des Themas widerspiegelt, ist die Tatsache, dass die AG Lippe-Grundwasser Vorbild für eine durch die Bezirksregierung Münster initiierte Arbeitsgruppe war, die sich mit analogen Fragestellungen im Regierungsbezirk beispielhaft befasst. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind die Bezirksregierung, die unteren Wasserbehörden im Regierungsbezirk und die Landwirtschaftkammer NRW. Erste Ergebnisse dieser Parallelgruppe wird die Bezirksregierung auf dem nächsten Treffen der AG Lippe-Grundwasser vorstellen und so einen auf Synergien ausgerichteten Wissenstransfer sicherstellen.
Dynamische Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in der Emscher-Lippe-Region (Ruhrgebiet)

